Nordkapp Kreuzfahrt

Polarkreistaufe

Kreuzfahrten sind schlecht für die Umwelt, weil die Schiffe dreckiges Schweröl statt sauberes Erdgas verbrennen und jede Menge Feinstaub in die Atmosphäre blasen. Kreuzfahrtschiffe verwenden aus Kostengründen in den Häfen keinen Landstrom sondern lassen die dreckigen Schiffsdiesel weiterlaufen.
Kreuzfahrten sind schlecht für alle redlichen Steuerzahler weil die Kreuzfahrtbetreiber in Deutschland für ihre Schiffe keine Steuern zahlen sondern ihre Schiffe in Steuerparadiesen anmelden.
Kreuzfahrten sind schlecht für die Rechte von Arbeitnehmern weil im Bauch des Schiffes Menschen für einen Hungerlohn schuften müssen.
Kreuzfahrten sind schlecht für die besuchten Städte und Länder weil die Kreuzschifftouristen in Massen einfallen aber kein Geld dalassen.
Und Kreuzfahrten sind schlecht für die Gesundheit der Touristen weil man auf Kreuzfahrten unheimlich zunimmt.

Das alles ist richtig und es könnte geändert werden, wenn die Staaten, in deren Häfen die Kreuzfahrtschiffe nun mal anlegen, dies ändern wollten.

Trotzdem und mit schlechten Gewissen wollten wir auch mal eine Kreuzfahrt machen und haben uns einen relativ kleines Schiff mit „nur“ 460 Kabinen ausgesucht und eine Kreuzfahrt von Bremerhaven zum Nordkapp und zurück gebucht.

Unser Fazit: wenn man nicht zu jung ist (das Durchschnittsalter der Passagiere liegt vermutlich über 60), drei bis viermal am Tag gepflegt Essen gehen möchte, das Leben auf See mag, die Kosten nicht scheut und das Wetter (so wie bei uns) mitspielt, dann kann eine Kreuzfahrt sehr schön sein. Da das Schiff vor allem Nachts unterwegs ist, kann man die Tage sehr schön mit Landausflügen verbringen.

Aber vor allem: Skandinavien ist ein Traum!

Eine Antwort auf „Nordkapp Kreuzfahrt“

  1. Was alles schlecht an Kreufahren sein soll, ist nur teilweise richtig.
    Jeder ist selbst dafür verantwortlich, wieviel er an Gewicht zunimmt. Essen und Trinken kann jeder selbst regulieren. Auf modernen Kreufahrtschiffen gibt es Fitnessbereiche und Landausflüge mit dem Fahrrad, man kann also auch einiges wieder abtrainieren.
    Jedes Schiff, welches einen Hafen anläuft, lässt reichlich Geld da, nämlich Hafengebühren, Lotsgebühren, Festmachergebühren. Auch Busunternehmen verdienen an den Passagieren.
    Niemand wird gezwungen, auf einem Schiff für Hungerlöhne zu arbeiten. Im übrigen gibt es eine internationale Transportarbeitergewerkschaft, die die Heuern prüft. Ein Schiff, welches die Heuern nachweislich nicht richtig zahlt, wird auch schon mal blockiert.
    Über das zahlen von Steuern kann ich seitenweise Schreiben, das würde den Rahmen hier sprengen.
    Die wenigsten Häfen bieten Möglichkeiten für Landstrom an. So schlimm kann der Diesel gar nicht sein, es ist der gleiche, den PKW und LKW nutzen, und der in der Ölheizung verbrannt wird.
    Die LNG-Technik ist erst langsam auf dem Vormarsch. Alte Schiffe kann man nicht so einfach umbauen. In genau bestimmten Gebieten darf Schweröl gar nicht mehr verbrannt werden, da muss mit Diesel gefahren werden.
    Und zum Schluss: Wie hoch das Durchschnittsalter ist, hängt von der Reederei und vom Schiff ab. Wir haben Reisen gemacht, auf denen mehr als 300 Kinder an Bord waren (1 Monat – 18 Jahre) bei 2.500 Passagieren insgesamt.

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